Konzeption

 1. Vorstellung des Kindergartens

 

1.1. Träger

Die Stiftung Freie evangelische Gemeinde in Norddeutschland  (FeGN) umfasst über 40 Gemeinden in vier Bundesländern sowie die ELIM Diakonie mit verschiedenen Einrichtungen der stationären und ambulanten Pflege und des betreuten Wohnens. Die Stiftung ist Teil des Bundes Freier evangelischer Gemeinden Deutschland sowie Mitglied in den Diakonie Landesverbänden Hamburg und Schleswig-Holstein.

 

1.2. Entstehung

Die freie evangelische Gemeinde Wedel strebt danach, Menschen in ihrem Umfeld zu dienen. Sie möchte etwas dazu beitragen, dass Kinder und Familien in Wedel unterstützt werden. So trat im Zusammenhang mit dem Neubau des Gemeindehauses im Jahr 2001 die Frage  nach der Möglichkeit auf, einen kleinen Kindergarten im Haus zu eröffnen. Somit wurden Gespräche mit der Stadt aufgenommen, die auf der Suche war nach Kindergartenplätzen war und einige Jahre zuvor schon einmal angefragt hatte. Nach der Bauphase, in der viele Gemeindemitglieder mit angepackt haben, konnte der Kindergarten „Lütt Arche“ im Sommer 2001 seine Türen erstmals öffnen. Wir betreuen nun täglich bis zu 23 Kinder im Alter von drei bis sechs Jahren.

 

1.3. Der Kindergarten

 

1.3.1. Adresse

Kindergarten „Lütt Arche“

Höbüschentwiete 11

22880 Wedel

 

1.3.2. Lage

Unsere Einrichtung befindet sich im Gemeindehaus der FeG Wedel inmitten einer ruhig gelegenen Wohnsiedlung im Wedeler Stadtzentrum. Trotz der zentralen Lage sind bewaldete Gegenden, die Sportplätze und der Elbstrand in wenigen Minuten zu Fuß erreichbar. Der Elbespielplatz und der Spielplatz am „Alten Zirkusplatz“ in der näheren Umgebung laden ebenfalls zu Ausflügen ein.

Verkehrsanbindung: Der Kindergarten ist mit öffentlichen Verkehrsmitteln gut erreichbar.


1.3.3. Räumlichkeiten und Außengelände

Der tageslichtdurchflutete Gruppenraum ist der Mittelpunkt für unser tägliches Geschehen. Dieser ist in verschiedene Spielbereiche aufgeteilt: es gibt einen Mal- und Gestaltungsbereich, eine Bauecke, eine Rollenspielecke, eine große Hochebene und eine Bällebad - Höhle. Der Bewegungsraum mit großer Fensterfront bietet viele Spielmöglichkeiten Sprossenwand, Rollenrutsche, Weichbodenmatte, große Spielwürfel und vieles mehr bereiten den Kindern täglich Freude und werden flexibel gestaltet. Sie stehen ebenso der Frühen Förderung zur Verfügung. Die große angrenzende Teestube der Gemeinde bietet Raum für Bewegung.

Zum Kindergarten gehören des Weiteren eine Küche, die auch von den Kindern zum Kochen benutzt werden kann, sowie kindgerechte sanitäre Einrichtungen. Für die Mitarbeiter stehen ein Bad und ein Büro zur Verfügung.

Das große Außengelände des Kindergartens lädt die Kinder zu abwechslungsreichem Spiel ein. Ein Hügel mit Rutsche, eine Sandkiste, eine Nestschaukel und das Klettergerüst gehören zur Ausstattung. Sowohl die große Rasenfläche als auch die Bäume und Sträucher bieten reichlich Gelegenheiten zum Erkunden und zur Selbstentfaltung. Auch Fahrzeuge und andere Spielgeräte stehen bereit.

Das Außengelände wird bei fast jedem Wetter genutzt.

 

1.3.4. Öffnungszeiten und Ferienregelungen

Die täglichen Öffnungszeiten sind Montag bis Freitag 08.00 – 14.00 Uhr.

Die Schließzeit im Sommer beträgt zwei Wochen; ebenso bleibt der Kindergarten zwischen Weihnachten und Silvester geschlossen. Weitere Informationen zu geschlossenen Tagen, Teamtagen, Festen und Veranstaltungen werden den Eltern im Oktober für ein Kalenderjahr in schriftlicher Form weitergegeben.

 

1.3.5. Team

Das Kern -Team der „Lütt Arche“ besteht aus ErzieherInnen in Voll- oder Teilzeit Hierbei wird stets der Personalschlüssel nach Vorgabe des KiTa-Gesetzes eingehalten. Interdisziplinäre Ergänzung findet das Team durch die Mitarbeiter der Frühen Förderung der Lebenshilfe, Musiklehrern der Musikschule Wedel, Lehrern für Englisch durch die VHS Wedel sowie zusätzlich auf Anfrage durch FSJ/BFD und Praktikanten und/oder Auszubildenden.

 

1.3.6. Aufnahmeverfahren und -kriterien

In unserem Kindergarten ist jedes Kind willkommen. Da wir aber nur 20 Kindergartenplätze haben, sollten Eltern rechtzeitig Interesse bekunden. Wir zeigen Eltern und Kindern gern den Kindergarten außerhalb unserer Öffnungszeiten und beantworten alle Fragen.

Bei der Auswahl bemühen wir uns um eine ausgeglichene Gruppe. Geschwisterkinder von Kindern, die unsere Einrichtung bereits besuchen, werden bevorzugt behandelt. Kinder werden frühestens mit Vollendung des dritten Lebensjahres in den Kindergarten aufgenommen. Die Offenheit für das christliche Konzept der Einrichtung von Seiten der Eltern ist wünschenswert.

Der Träger entscheidet in Absprache mit der Kindergartenleitung über die Aufnahme der einzelnen Kinder auf der Grundlage der Aufnahmekriterien:

 

Eine Begründung zur vorrangigen Aufnahme in den Kindergarten Lütt Arche liegt vor,

  • wenn Erziehungsberechtigte oder Alleinerziehende einer Erwerbstätigkeit nachgehen oder eine Erwerbstätigkeit aufnehmen werden oder sie sich in Ausbildung (Schule, Hochschule, Beruf) befinden
  • wenn das Wohl des Kindes ohne eine entsprechende Förderung nicht gewährleistet werden kann
  • wenn ein besonderer Förderungsbedarf bei Kindern aus sozialen und bildungsbenachteiligten Familien (z.B. Sprache, Gesundheit und Entwicklungsförderung) besteht
  • wenn eine Familie aus anderen Gründen besonders belastet ist (psychische Erkrankungen, Drogenkonsum
  • wenn Geschwisterkinder die Einrichtung besuchen

 

1.3.7. Anmeldung

Grundsätzlich können Kinder während des ganzen Jahres in der Einrichtung angemeldet werden.

Eine Aufnahme erfolgt hauptsächlich über das Kita Portal Schleswig-Holstein. www.kitaportal-sh.de

Auf Anfrage kann telefonisch oder per Mail ein Termin mit der Leitung vereinbart, um im Gespräch wesentliche Schwerpunkte der Einrichtung kennen zu lernen oder die Einrichtung persönlich kennenzulernen.

 

1.4. Grundlagen gesetzlicher Richtlinien

Die gesetzlichen Grundlagen für die Arbeit in der Lütt Arche sind

  • das Kindertagesstättengesetz Schleswig-Holsteins (KiTaG)
  • die Landesverordnung für Kindertageseinrichtungen (KiTa VO)
  • das Kinder- und Jugendhilfegesetz (KJHG)
  • das Achte Sozialgesetzbuch (SGBVIII) 

 

1.5. Bildungsplan des Bundeslandes

Der pädagogische Alltag in unserem Kindergarten basiert auf den Leitlinien zum Bildungsauftrag in Kindertageseinrichtungen, der vom Ministerium für Bildung und Frauen des Landes Schleswig-Holstein (2008) herausgegeben wurde. Die Bildungsbereiche sind musisch-ästhetische Bildung und Medien; Körper, Gesundheit und Bewegung; Sprache, Zeichen, Schrift und Kommunikation; Mathematik, Naturwissenschaft und Technik; Kultur, Gesellschaft und Politik; Ethik, Religion und Philosophie.

 

1.6. Leitbild des Trägers

Die Stiftung Freie evangelische Gemeinde in Norddeutschland (FeGN) nimmt mit ihrem Kindergarten Lütt Arche und Gemeinden teil am Erziehungs-, Bildungs- und Betreuungsauftrag des Landes. Sie tut dies auf Grund ihres Auftrags, der im Evangelium von Jesus Christus begründet ist, in dem er die Botschaft von der Liebe Gottes zu allen Menschen in Worten und Taten weitergeben möchte.  Kindergarten Lütt Arche versteht seinen Auftrag als ganzheitliche Aufgabe, die er in diakonischer Verantwortung als Angebot an alle Kinder unabhängig von ihrer Religion, Nationalität oder Kultur wahrnimmt. Die Lütt Arche steht deshalb allen Menschen offen, die dieses Ziel und diese Grundsätze anerkennen. Bei der Erfüllung seines Auftrags nimmt die Einrichtung sowohl die Bedürfnisse der Kinder als auch der Eltern in ihrer jeweiligen Lebenssituation ernst. Sie versteht ihre Arbeit als Ergänzung und Unterstützung der elterlichen Erziehung. Der Kindergarten Lütt Arche vermittelt durch eine integrierte Religionspädagogik das christliche Menschenbild, das im Wesentlichen geprägt ist von folgenden Aussagen:


  • Jeder Mensch ist in seiner Einmaligkeit von Gott gewollt und geschaffen.
  • Die Würde und Werte des Menschen gründen in der Überzeugung, dass alles Leben von Gott geschenkt wird.
  • Der Mensch definiert sich in seinem Wert nicht mit seiner Stärke und Schwäche oder durch seine Leistungen, sondern durch die bedingungslose Annahme Gottes.
  • Die Liebe Gottes zeigt sich darin, dass er den Menschen bedingungslos annimmt.
  • Auch über Schuld und Versagen hinaus hat Gottes Liebe Bestand. Diese Zusage der Vergebung gibt Jesus Christus an uns weiter, und macht uns dadurch Mut, das Leben neu zu gestalten.
  • Jeder Mensch hat das Recht, von Gott zu hören und ist eingeladen, ihm zu vertrauen.
  • Die FeG, deren Lebensäußerungen auch die der Kindergarten Lütt Arche ist, lebt dieses Vertrauen durch die persönliche Beziehung ihrer Glieder zu Gott in der Gemeinschaft, im Gottesdienst und in Festen.
  • Der Kindergarten Lütt Arche ist somit ein lebendiger Ausdruck des Lebens der Gemeinde im gesellschaftlichen Kontext. Darüber hinaus sollen Kinder durch den christlichen Glauben Deutungs- und Wertmuster nahegebracht bekommen, die ihnen Orientierung im Leben ermöglichen.

 

 

1.7. Unser Bild vom Kind

Mit dem Eintritt in den Kindergarten beginnt für die Kinder ein neuer Lebensabschnitt. Unser eingruppiger Kindergarten bietet in seiner Überschaubarkeit vielfältige altersgemäße Spiel- und Lernmöglichkeiten. Der Kindergarten Lütt Arche möchte ein Ort sein, an dem sich Kinder in geborgener Atmosphäre, unter fachlicher Anleitung und mit liebevoller Zuwendung in ihrer Gesamtpersönlichkeit positiv entfalten und entwickeln können. Wir wollen Voraussetzungen dafür schaffen, dass Kinder Selbstständigkeit, Selbstbewusstsein und Offenheit entwickeln können. Kinder sollen lebensbejahend in voller Zuversicht und in vollem Vertrauen durch ihr Leben gehen können. Unser Kindergarten, die Erzieherinnen und das Leitungsteam wollen gute Grundlagen dafür legen. Wir sehen unsere Arbeit als Erziehungspartnerschaft mit den Eltern an. Es ist uns stets ein Anliegen, die Eltern der Kinder in diesen Entwicklungsprozess einzubeziehen. Nicht erst erfolgreiche Bildung und Erziehung geben dem Kind seinen Wert, sondern die Tatsache, dass es einzigartiges, von Gott erschaffenes und geliebtes Geschöpf ist. Unsere Erziehung soll dem Kind helfen, in diesem Lebensabschnitt Grundlagen zu bekommen, die ihm seinen Weg durchs Leben erleichtern sollen. Das Kind lernt und entwickelt sich nicht für seine Eltern oder Erzieher, sondern um seiner selbst willen. Der alte Satz: „Du lernst für das Leben“, hat hier immer noch seine Bedeutung. Es gilt aber auch, dass alles Verhalten eines Menschen nicht nur ihn selbst betrifft, sondern auch Auswirkungen auf seine Umwelt und seine Mitmenschen hat. Somit ist die Erziehung unserer Kinder auch ein notwendiger Bestandteil unserer Kultur, sowie unserer sozialen und gesellschaftlichen Entwicklung. Wir alle stehen in der Verantwortung, die Bedeutung und Auswirkung unseres Handelns zu kennen und zu beachten. Auch Kinder im Vorschulalter sind in der Lage dieses ansatzweise zu erkennen und sich bestenfalls danach auszurichten. Wird der Zeitpunkt hierzu verpasst, wird ein Kind später Schwierigkeiten haben, Eigenverantwortung zu übernehmen. Jedes Kind hat seine ganz besonderen Stärken und Schwächen. Wir legen besonderen Wert darauf, die Stärken des Kindes zu verstärken, denn dadurch wächst sein Selbstvertrauen.  Wenn sich ein Kind in seinen Stärken angenommen weiß und ein gesundes Selbstwertgefühl entwickelt, kann es auch lernen, seine Schwächen anzunehmen. Wir nehmen die Kinder ernst in ihren Bedürfnissen nach Selbständigkeit. Aus der Pädagogik von Maria Montessori stammt der Ausspruch: „Bitte hilf mir, es selbst zu tun.“

Wir nehmen den Kindern deswegen nichts von dem ab, was sie schon selbst erledigen können, sondern geben ihnen Hilfestellung, da wo sie es benötigen. Dadurch geben wir den Kindern Wertschätzung und achten ihre eigenen Fähigkeiten und Fertigkeiten. Es kann gut sein, dass es diesbezüglich in einer altersgemischten Kindergruppe große Unterschiede gibt. Was dem einen Kind vielleicht ganz leicht gelingt, stellt für ein anderes eine große Herausforderung dar. Unser Anliegen ist es, dass ein Kind sich in seiner persönlichen Individualität so angenommen weiß, dass es Mut findet, sich mit seinen Fähigkeiten in das Gruppengeschehen einzubringen und sich dadurch weiter zu entwickeln. Bedingt durch große Unterschiede des Entwicklungsstandes, des Alters und der Fähigkeiten der Kinder kommt es im gemeinsamen Miteinander auch zu Konflikten. Jedes Kind kann jedoch im Laufe der Zeit und mit Hilfe der Erzieherinnen lernen, damit umzugehen und zunehmend eigene Lösungswege zu finden. In der Lütt Arche gibt es ein tägliches Übungsfeld, um soziale Kompetenz zu erproben und zu erweitern. Wir akzeptieren, dass es bei diesem Lernprozess zu den unterschiedlichsten Gefühlen kommt.

 

Zusammenfassung:

Die Kinder sollen bei uns erfahren:

  • Ich darf stark oder auch schwach sein!
  • Ich darf mutig sein!
  • Ich darf eigene Entscheidungen treffen!
  • Ich gehöre dazu!
  • Es ist gut, dass ich ein Kind bin!
  • Meine Gefühle gehören zu mir: ich darf sie zeigen!
  • Meine Bedürfnisse werden ernst genommen!
  • Ich bin wertvoll!
  • Ich bin willkommen!
  • Ich kann meine Gedanken mitteilen!
  • Mir wird zugehört!
  • Ich bin angekommen!
  • Ich darf Fehler machen!

 

Pädagogischer Ansatz hierzu:

Viele Kinder sind zum ersten Mal für mehrere Stunden am Tag von zu Hause fort. In der altersgemischten Kindergruppe treten nun völlig neue Situationen und Herausforderungen an sie heran. Diese gilt es nun altersgemäß zu verarbeiten und zu bewältigen, um daran zu wachsen. Ein gutes, soziales Miteinander will gelernt werden.

Als Bürger einer demokratischen Grundordnung stehen wir immer in Beziehung mit unseren Mitmenschen und sind auf Kooperation angewiesen. Soziale Verhaltensweisen im Umgang untereinander erleichtern uns allen das Leben. Wir leben einen demokratischen Erziehungsstil. Das heißt, wir sehen uns als Fachkräfte in der Verantwortung für die Kinder, geben den Rahmen vor, sind aber im Austausch mit den Kindern und besprechen wichtige Entscheidungen gemeinsam. Durch Respekt und Wertschätzung füreinander geben wir den Kindern emotionale Sicherheit. Deswegen ist es uns wichtig, Kindern frühzeitig bewusst zu machen, dass ihr Verhalten Auswirkungen auf ihre Umwelt hat. Die Eindrücke, die ein Kind in diesem Alter sammelt, begleitet es auch im späteren Leben.

 

1.7.1. Soziales Lernen

Für uns gehört dazu:

  • Ich darf einen eigenen Standpunkt einnehmen und ihn vertreten.
  • Ich akzeptiere auch andere Standpunkte und Meinungen.
  • Ich respektiere Regeln und achte die Grenzen des Anderen.
  • Ich darf mich durchsetzen, aber ich kann mich auch zurücknehmen und rücksichtsvoll sein.
  • Jeder hat seinen Platz in der Gemeinschaft
  • Die Unterschiede hinsichtlich von Charakter und Fähigkeiten sind eine Bereicherung.
  • Menschen mit anderer Nationalität und Herkunft sind willkommen.
  • Durch den Austausch unserer Gedanken oder Gefühle bieten wir den Kindern ein differenziertes, sprachliches Ausdrucksvermögen an.
  • Wir hören uns gegenseitig zu.
  • Wir teilen uns unsere Ansichten mit.

 

1.7.2. Emotionale Stabilität

Ein weiterer wichtiger Baustein unserer Arbeit ist die Festigung der emotionalen Stabilität. Im Alter von 3 bis 6-jährigen Kindern treten häufig sehr schnelle Stimmungswechsel auf. Ein 4-jähriges Kind kann zum Beispiel innerhalb weniger Minuten sehr unterschiedliche Gefühle durchleben und äußern. In einem Augenblick kann ein Kind wütend und ärgerlich sein und im nächsten lacht es wieder. Wir wollen Kinder dabei unterstützen, ihre Gefühle wahrzunehmen und sie altersangemessen zu verarbeiten.

 

Dazu gehört für uns:

  • Kinder dürfen ihre Gefühle offen zeigen und sie ausdrücken.
  • Wir ermutigen sie, sich in gegenseitiger Wertschätzung zu begegnen, das heißt, die Gefühle des anderen zu akzeptieren.
  • Die Kinder haben die Möglichkeit sich an Rückzugsorte wie z, B. die Leseecke zu begeben.
  • Konflikte gehören zum menschlichen Miteinander: wir tragen sie offen aus und suchen gemeinsam nach Lösungen

 

1.8. Pädagogischer Ansatz

Wir richten unsere Arbeit sehr individuell und umfassend aus. In Anlehnung an den situativen Ansatz. Dieser stellt die Individuellen Interessen und Bedürfnisse der einzelnen Kinder in den Mittelpunkt. Im Gegensatz zum rein funktionalen Arbeitsstil entwickeln sich pädagogische Themen, Angebote und Projekte durch gezieltes Beobachten und Analysieren von Schlüsselsituationen. Dieser Anteil des situationsorientierten Arbeitens holt das Kind in seiner speziellen Lebenssituation ab und bezieht seine konkreten Erlebnisse in die verschiedenen Lernprozesse ein. Anstelle von reiner Wissensvermittlung und vorgefertigten Lehrplänen wird spontanes und flexibles Vorgehen methodisch eingesetzt, um pädagogische Ziele zu erreichen. Kinder lernen, in dem sie direkte und anschauliche Erfahrungen sammeln. Sinneszusammenhänge werden durch eigenes Ausprobieren und Experimentieren erkannt. Insgesamt bedeutet die Arbeit im situativen Ansatz, dass Kinder eine Umwelt benötigen, in der sie Dinge mit allen Sinnen wahrnehmen können. In der Lütt Arche finden sie ein Umfeld vor, dass ihnen Möglichkeiten in vielfältiger Art dazu bietet. Die Fähigkeit später schulisches Wissen aufnehmen zu können, entwickelt sich auf der Grundlage von Neugierde und Eigenmotivation. Diese Grundlage bildet sich in der frühen Kindheit, in der die ersten Verknüpfungen im Gehirn entstehen und die Voraussetzung für alles Lernen bildet. Es ist von erheblicher Bedeutung, wie diese ersten Umwelt- und Lernerfahrungen erlebt werden, um darauf weiter positiv aufbauen zu können. Unser pädagogischer Rahmen soll das Erfahrungsfeld der Kinder erweitern. Unsere Spiel- und Lernangebote bieten den Kindern unterschiedlichste Möglichkeiten, ihre Fähigkeiten eigenständig oder mit Unterstützung der ErzieherInnen zu erproben und auszubauen. Durch die verschiedenen Bereiche in unserer Kindergarten- und Vorschularbeit werden die Kinder motiviert, sich zu interessieren, zu forschen, auszuprobieren, sich zu beschäftigen und zu bewegen.

 

1.9. Partizipation

Dazu gehört für uns:

  • Der Einzelne ist Teil der Gemeinschaft
  • Im Zusammenleben ist jeder wichtig
  • Im Alltag werden die Kinder in Entscheidungsprozesse mit eingebunden.
  • Wir nehmen Teil am Leben der anderen Menschen und lassen die anderen wiederum an unserem Leben teilhaben
  • Wir gehen auf die Beschwerden der Kinder und die dahinterliegenden Nöte

 

2. Gestaltung des pädagogischen Alltags

 

2.1. Tagesablauf und Wochenplan


Montag Dienstag Mittwoch Donnerstag Freitag
08.00 - 09.00 Ankommen und Freispiel 08.00 - 09.00 Ankommen und Freispiel 08.00 - 09.00 Ankommen und Freispiel 08.00 - 09.00 Ankommen und Freispiel 08.00 - 09.00 Ankommen und Freispiel
09.00 - 09.30 Gemeinsames Frühstück 09.00 - 09.30 Gemeinsames Frühstück 09.00 - 09.30 Gemeinsames Frühstück 09.00 - 09.30 Gemeinsames Frühstück 09.00 - 09.30 Gemeinsames Frühstück
Freispiel Freispiel Freispiel Freispiel
09.30 – 10.15 Musik (Musikschule Wedel) 10.00 - 10.30 Morgenkreis 10.00 - 10.30 Morgenkreis 10.00 - 10.30 Morgenkreis/ „Ankerland“ (religionspäd. Angebot) Kleingruppenvormittag Oder gemeinsame Morgenkreis sowie Vorschule
10.30 Freispiel 10.30 Freispiel Ggf. Ausflugstag/ Sporttag 10.30 Vorschule 10.30 Vorschule
12.00 - 12.30 Mittagessen 12.00 - 12.30 Mittagessen 12.00 - 12.30 Mittagessen 12.00 - 12.30 Mittagessen 12.00 - 12.30 Mittagessen
Ab 12.30 Zur Auswahl: Mittagsruhe: Ruhiges Spiel, Hörspiel, Entspannung, Vorlesestündchen Freispiel etc. Ab 12.30 Zur Auswahl: Mittagsruhe: Ruhiges Spiel, Hörspiel, Entspannung, Vorlesestündchen Freispiel etc. Ab 12.30 Zur Auswahl: Mittagsruhe: Ruhiges Spiel, Hörspiel, Entspannung, Vorlesestündchen Freispiel etc. Ab 12.30 Zur Auswahl: Mittagsruhe: Ruhiges Spiel, Hörspiel, Entspannung, Vorlesestündchen Freispiel etc. Ab 12.30 Zur Auswahl: Mittagsruhe: Ruhiges Spiel, Hörspiel, Entspannung, Vorlesestündchen Freispiel etc.
Anschließend Zeit für Kreativität, Freispiel oder Ideen der Kinder Anschließend Zeit für Kreativität, Freispiel oder Ideen der Kinder Anschließend Zeit für Kreativität, Freispiel oder Ideen der Kinder Anschließend Zeit für Kreativität, Freispiel oder Ideen der Kinder Anschließend Zeit für Kreativität, Freispiel oder Ideen der Kinder

2.2 Freispiel

Das Freispiel hat einen sehr hohen Stellenwert im Leben der Kinder. Sie sind einer Sache ganz hingegeben, vergessen alles um sich herum und leben in der Gegenwart. Es bietet vielfältige Möglichkeiten, nicht nur in Regelspielen (z. B. Brettspiele), sondern auch in Rollenspielen neue Entwicklungsschritte zu machen. Im Freispiel sucht das Kind sich den Ort und den Spielpartner selbstständig aus. Es kann neue Beobachtungen machen, seine Bedürfnisse erkennen und lernen, diese dem Spielpartner gegenüber zu äußern.

Möglichkeiten des Freispiels in der Gruppe sind: Bauen und Konstruieren auf dem Spielteppich, Bücher anschauen – allein oder mit andere Kindern, Puzzle oder andere Legespiele am Tisch, Turn- und Bewegungsspiele (Bewegungsraum), Hüpfen und Laufspiele in der großen Teestube, sich auf der Hochebene zurückziehen, am Maltisch malen, kleben, gestalten, schneiden oder kreativ gestalten, verkleiden in der Rollenspielecke. Im Spiel werden alle Bildungsleitlinien und deren Querschnittsdimensionen umgesetzt.

 

2.1.1. Kreativität

Albert Einstein wird folgender Ausspruch zugeschrieben: „Geniale Menschen sind selten ordentlich und Ordentliche selten genial“.

Kreativität ist in zwei Arten unterteilt. Es gibt eine pragmatische Kreativität (Problemlösungsbereitschaft, Ideenproduktion, etc.) und eine ästhetische Kreativität (künstlerische Ausdrucksformen, Mediengestaltung, etc.). Zusammen erreichen sie eine Problemlösungskompetenz (Innovative Competence).

In unserem Kindergarten regen wir die Kinder zu beiden Arten der Kreativität an. Ästhetisch-kreative Prozesse dürfen gern „chaotisch“ aussehen (und hinterher wird gemeinsam aufgeräumt), pragmatisch-kreative Prozesse sind ähnlich bunt, jedoch meist eher auf verbaler Ebene (Geschichtenbilder).

2.1.2. Basteln, Malen, Gestalten

Kinder verfügen über Kreativität und Fantasie. Am Mal- und Basteltisch haben die Kinder die Möglichkeit, verschiedene Materiealien, die in Kinderhöhe erreichbar sind wie Papier, Pappe, Farben oder Stoff zu gestalten. Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. Jeder darf nach eigener Vorstellung etwas herstellen. Wir helfen bei Bedarf oder bieten Gestaltungsvorschläge an. Die Kinder erweitern ihre Sachkompetenz im Umgang mit Schere, Werkzeugen, Pinsel, Stempel…gleichzeitig werden dabei auch Feinmotorik, sowie Ausdauer und Konzentration gefördert. Am Basteltisch entstehen oft wunderschöne und individuelle kleine Kunstwerke, die von Kindern selber ausgedacht und hergestellt werden.

 

2.1.3. Bauen

Beim Bauen und Konstruieren erschließen sich die Kinder erste mathematische und physikalische Grundregeln. Wie müssen Bausteine angeordnet werden, damit der Turm stehen bleibt? Wessen Turm ist der höchste? Welche Bausteine müssen wie aufeinandergestapelt werden, damit am Ende ein Haus gebaut ist? Welche Duplo- oder Legosteine gehören aufeinander, damit die Mauer keine Löcher hat?


2.1.4. Bewegung

Die Kinder haben ein sehr starkes Bedürfnis nach Bewegung. Sie schaukeln und balancieren, sie laufen und hüpfen, sie tanzen und werfen sich auf den Boden. Um diesem Bedürfnis entgegen zu kommen, bieten wir in unserem Kindergarten verschiedene Möglichkeiten zur Bewegung an.

 

2.1.5. Außenbereich

Unser großes Außengelände bietet viel Platz zum Laufen, Klettern, Rutschen, Schaukeln, mit Fahrzeugen fahren, Ballspiel und vielem mehr. Hier können die Kinder sich nach Herzenslust bewegen und ausgelassen spielen. Die ErzieherInnen ermutigen die Kinder dazu, etwas auszuprobieren.

 

2.1.6. Ausflüge

Wir erkunden mit den Kindern die nähere Umgebung. Dabei achten wir auf die Möglichkeiten und Fähigkeiten der gesamten Gruppe. Der Radius kann daher im Kindergartenjahr variieren. Ausflüge zum nächsten Spielplatz gehören genauso dazu wie die Teilnahme am jährlichen Kita-(Fußball-)Cup, der Besuch am Elbstrand oder einem Entdeckungszug durch die Wedler Au zum Kindergartenjahr dazu.

Kinder haben einen ursprünglichen Zugang zur Natur. Durch unsere heutige Umwelt mit ihrer Medienvielfalt haben nicht alle Kinder die Möglichkeit, Natur- und Umwelterfahrung zu sammeln. Auf unserem Außengelände haben wir die Möglichkeit mit den Kindern kleine Tiere wie Schnecken oder Insekten zu beobachten und einen verantwortungsvollen Umgang mit der Natur und den Pflanzen zu lernen. Die Kinder lernen Verantwortung und Wertschätzung für und bei der Pflege der gemeinsam angelegten Beete mit Blumen und Gemüse zu übernehmen.

 

2.1.7. Projektarbeit

Projektarbeit findet meist in einem größeren Rahmen – über einen längeren Zeitraum hinweg statt. Sie behandelt Themen, die sich aus dem Interesse der Kinder ergeben. Dabei wird ein Bezug zur alltäglichen Lebenswelt der Kinder hergestellt. Die Ideen eines Projektes entwickeln sich durch die Kinder, ErzieherInnen oder entstehen aus der Situation heraus. Dann werden die Ideen für Angebote der verschiedene Entwicklungsbereiche von den ErzieherInnen und Kindern gesammelt. Für die Eltern werden die Angebote am Wochenplan festgehalten und transparent gestaltet.

 

2.3 Gesundheit

2.3.1. Ernährung

Eine weitestgehend gesunde und ausgewogene Ernährung ist uns wichtig. Beim Frühstück sollten in der von zu Hause mitgebrachten Brotdose keine süßen Sachen, sondern lieber Brot mit Wurst oder Käse, Gemüse oder Obst sein.

Ein regionaler Bezug der Produkte ist uns wichtig, daher vermitteln wir in kleinen Projekten zur Nachhaltigkeit und zum Umweltschutz den Kindern ein Empfinden für Regionalität und ökologisches sowie saisonales Verständnis. Dies findet sich auf dem Speiseplan wieder.


2.3.2.   Ruhephasen, Rückzug und Entspannung

Um wieder neue Energie zu bekommen und offen für Neues zu sein, brauchen auch Kinder Phasen der Ruhe, sowie Orte und Möglichkeiten des Rückzugs. Hierzu stehen den Kindern in der Lütt Arche mehrere Möglichkeiten zur Verfügung:

  • Bücherecke
  • Kuschelecke
  • Hörspiele
  • Vorlesen
  • Ruhige Einzelaktion in frei wählbarem Bereich
  • Ruhige Freispielzeit
  • Entspannungsangebot (progressive Muskelentspannung als freiwilliges Angebot)

 

2.4. Vermittlung christlicher Werte

 

2.4.1. Vermittlung christlicher Werte

Der Kindergarten Lütt Arche entstand aus dem Wunsch der Gemeinde, Menschen mit dem christlichen Glauben in Kontakt zu bringen. Wir wollen dazu beitragen, dass Kinder eine positive und vertrauensvolle Beziehung dazu aufbauen können. Die Vermittlung christlicher Werte hat einen besonderen Stellenwert innerhalb unseres Bildungsauftrages. Deshalb widmen wir diesem Punkt an dieser Stelle einen gesonderten Platz.


Keinen Tag soll es geben, an dem Du sagen musst: „Niemand ist da, der mich hält.“

Keinen Tag soll es geben, an dem Du sagen musst: „Niemand ist da, der mich schützt.“

Keinen Tag soll es geben, an dem Du sagen musst: „Niemand ist da, der mich liebt.“

Jesus sagt: „Siehe, ich bin bei Dir alle Tag bis an das Ende der Welt“

(Irischer Segen)


Der Glaube ist uns in die Seele gelegt worden. Schon von Geburt an machen Kinder eigene Glaubenserfahrungen. Bei jedem Kind besteht bis in die Tiefe seiner Seele ein elementares Bedürfnis nach Annahme seiner Persönlichkeit. Durch die liebevolle Zuwendung der Eltern erfahren Kinder Geborgenheit, Sicherheit und Annahme. Es entsteht ein Urvertrauen, auf dem sich Beziehungsfähigkeit und Selbstwertgefühl entwickeln. Auf diesem Fundament bauen sich auch später weitere Entwicklungsschritte auf. Wir glauben an einen liebevollen Gott, der uns wie ein treuer Freund begleitet und der alle Menschen nach seinem Ebenbild erschaffen hat. Schon ganz junge Kinder stellen existenzielle Fragen über das Leben und den Tod und nach dessen Bedeutung. Sie stellen Fragen und versuchen damit, ihre Lebens- und Gotteserfahrungen zu ordnen und in Einklang zu bringen. Dabei benötigen sie unsere Begleitung und Antworten auf ihre Fragen. Die Einstellung, Haltung und das Vorbild der Eltern und anderer Bezugspersonen sind dabei nicht unerheblich. Wir beantworten die Fragen der Kinder ehrlich und auf dem Fundament unserer eigenen Lebens- und Glaubenserfahrung. Uns ist dabei wichtig, kindgemäße Ausdrucksformen zu verwenden und die Kinder nicht mit Inhalten zu überschütten, sondern auf einfühlsame Art und Weise zu berühren. Der Glaube entsteht im Inneren eines Menschen und will genährt werden.

Das bedeutet für uns:

  • Wir nehmen die Fragen der Kinder ernst
  • Wir erzählen den Kindern biblische Geschichten und sprechen darüber („Ankerland“ = religionspädagogische Arbeit im Gruppenalltag)
  • Wir beten gemeinsam: das Gebet ist für uns kein Nachsprechen von Versen, sondern eine Hinwendung / ein Gespräch zu Gott. Kinder haben mit dieser Form der Vorstellung keine Schwierigkeiten.
  • Wir beziehen mehrmals im Jahr die Kinder in die Gottesdienste, Feste und Feiern der Gemeinde ein, damit sie christliche Gemeinschaft erleben.

 

2.5. Vorschule

Die meisten Vorschulkinder sind voller Wissensdurst und zeigen ein hohes Maß an Lern- und Aufnahmebereitschaft. Wir wollen diese Phase gezielt nutzen, um gute Voraussetzungen für den weiteren Bildungsweg der Kinder zu schaffen. Das Angebot soll den Kindern den anstehenden Übergang zur Schule erleichtern und sie langsam an schulisches Lernen heranführen. In dieser Zeit arbeiten die Kinder nach vorgegebenen Richtlinien mit konkreter Zielsetzung. Die Spiel- und Lernangebote werden in jedem Jahr neu überarbeitet und dem entsprechenden Entwicklungsstand so wie der Gruppengröße angepasst. Es geht darum, die Lernmotivation dieser Altersstufe zwischen Kindergarten und Schule aufzugreifen und konkret zu fördern. Die Vorschulgruppe dient nicht der Vermittlung von Kulturtechniken wie Lesen und Schreiben.

In der Vorschularbeit wird die Entwicklung von Konzentration, Ausdauer und Eigenständigkeit in den Vordergrund gestellt. Durch die Überschaubarkeit der Gruppengröße kann auch an individuellen Bedarfen gearbeitet werden.

Ergänzend siehe Vorschulkonzept

 

3. Übergänge


3.1. Eingewöhnung

Unser Konzept zur Eingewöhnung ist angelehnt an das „Berliner Modell“, das eine langsame Eingewöhnung von Kindern in den Kindergarten beschreibt. Damit es dem Kind im Kindergarten gut geht und es auch nach einigen Kindergartenwochen gern in die Einrichtung kommt, ist eine langsame Eingewöhnung für das Kind sehr wichtig. Die Eingewöhnungszeit dauert normalerweise zwischen zwei und vier Wochen, jedoch auch eine kürzere oder deutlich längere Zeit ist möglich.

In der Eingewöhnungszeit geht es darum, eine Beziehung zwischen Kind und ErzieherInnen aufzubauen, sodass es Geborgenheit, Schutz und Sicherheit erfahren kann.

Am ersten Tag lernt das Kind die Gruppe in Begleitung eines Elternteils kennen und nimmt etwa eine Stunde lang am Gruppengeschehen teil. Wenn das Kind innerhalb der nächsten Tage Vertrauen zu den ErzieherInnen gefasst hat, findet eine erste, kurze Trennungsphase vom Elternteil statt. Verläuft diese gut, kann die Trennungszeit in den darauffolgenden Tagen ausgebaut werden. Die Eltern verweilen während der Trennungsphasen zunächst in der Einrichtung, können diese später aber nach Absprache eine Zeit lang verlassen.

Das Tempo der Eingewöhnung gibt das Kind selbst vor. Verschiedene Faktoren beeinflussen die Eingewöhnungszeit, wie etwa, ob das Kind Erfahrung damit hat, von den Eltern getrennt zu sein, ob es sich für andere Kinder interessiert, ob es die Sprache versteht, ob es seine Bedürfnisse verbal ausdrücken kann und ob es eher sensibel ist und sich an den „Trubel einer Kindergartengruppe“ gewöhnen muss.

Es ist wichtig, dass ein gutes Verabschiedungsritual eingeübt wird, bei dem Eltern, Kind und ErzieherInnen voneinander wissen, dass die Verabschiedung zu einem gegebenen Zeitpunkt stattfindet.

Wenn der Kindergartenaufenthalt für das Kind keine Überforderung mehr darstellt, gilt die Eingewöhnungszeit als abgeschlossen.

 

3.2. Der Weg in die Grundschule

 

3.2.1. Zusammenarbeit mit anderen Einrichtungen

Wir haben Kooperationsverträge mit den Grundschulen unserer Stadt, um den Übergang vom Kindergarten in die Grundschule möglichst fließend zu gestalten. Dazu gehören unter anderem die gemeinsame Durchführung eines Elternabends für die Eltern der Vorschulkinder im Kindergarten, regelmäßige Treffen der KiTa-Leitung mit den Schulleitern sowie der Austausch über die Kinder, die zur Schule kommen, sofern die Eltern ihr Einverständnis dazu geben.

 

4. Zusammenarbeit mit Familien

 

4.1. Erziehungspartnerschaft (inkl. Elterngespräche)

Die Zusammenarbeit mit den Eltern und die Mitarbeit der Eltern bilden eine wichtige Säule in unserem Kindergarten. Uns liegt ein gutes Miteinander sehr am Herzen. Wir streben eine Erziehungspartnerschaft mit den Eltern an, bei der das Wohl und die Entwicklung des Kindes im Mittelpunkt stehen.

Erziehungspartnerschaft – wie geht das?

Praktisch umgesetzt wird Erziehungspartnerschaft durch eine offene und freundliche Haltung der Erzieher gegenüber den Eltern und anders herum. Der regelmäßige Dialog zwischen Eltern und ErzieherInnen ist dabei unersetzlich. Eltern berichten beim Bringen und Abholen des Kindes von häuslichen Veränderungen und Vorkommnissen, damit die ErzieherInnen besser auf die Kinder eingehen können. Die ErzieherInnen erzählen von wichtigen Ereignissen aus dem Kindergartenalltag (z. B. wenn ein Kind sich verletzt hat oder etwas besonders Schönes passiert ist). Somit bildet der regelmäßige Austausch eine gute Basis. Gerade bei den täglichen kurzen Gesprächen mit den Eltern bei Bringen und Abholen ist uns Diskretion sehr wichtig.

Das tägliche Miteinander wird durch die jährlich stattfindenden Entwicklungsgespräche ergänzt. Dabei kann meist ein Rückblick über das vergangene Jahr gezeichnet und so gesehen werden, was das Kind alles gelernt und geschafft hat. Zudem werden aktuelle Themen aus Kindergarten und Zuhause geteilt und ggf. ein Plan für die weitere Arbeit erstellt.

 

4.2. Elternabende

Elternabende bieten die Möglichkeit andere Eltern näher kennenzulernen, Informationen weiterzugeben und zu bekommen und zentrale Themen in der Erziehung zu vertiefen. Zu Beginn eines jeden Kindergartenjahres werden Elternvertreter durch die Elternschaft gewählt, die besondere Ansprechpartner für die anderen Eltern und die ErzieherInnen sind.

 

4.2.1. Elternvertreter (KiTaG §17)

Zu den Aufgaben der Elternvertreter gehören:

  • Planen und Vorbereiten von gemeinsamen Veranstaltungen / Aktionen
  • Elternstammtisch (wenn gewünscht)
  • Geschenke
  • Ansprechpartner und Vermittler für Anliegen der Elternschaft und der ErzieherInnen
  • Eltern zur Mitarbeit gewinnen
  • Eltern zum Teilnehmen an gemeinsamen Veranstaltungen des Kindergartens und der Gemeinde motivieren
  • Aufbau einer Kooperation mit den ErzieherInnen des Kindergartens und Erarbeitung gemeinsamer Themen und Ideen.


4.3. Elternbeteiligung

Die Beteiligung der Eltern ist in unserem Kindergarten absolut erwünscht. Wir glauben, dass nicht nur jedes Kind, sondern auch jeder Erwachsene individuelle Talente und Gaben hat, die das Geschehen im Kindergarten bereichern können. Unsere Elternschaft versteht es, Kontakte und Fähigkeiten zur Netzwerkarbeit gekonnt zu nutzen. Somit haben sie auch viel Raum zur Mitbestimmung und Mitgestaltung.

 

5. Sexualkonzept /Kinderschutzkonzept

Kindliche Sexualität und Sexualentwicklung unterscheiden sich grundsätzlich von der der Erwachsenen. Diese Entwicklung ist ausführlich in der Broschüre „liebevoll begleiten… Körperwahrnehmung und körperliche Neugier kleiner Kinder“ der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung beschrieben. Sie steht kostenlos im Internet zum Download bereit und bietet die Grundlage für unser pädagogisches Handeln.

Wir gehen davon aus, dass Kinder im Kindergartenalter Interesse am eigenen und am anderen Geschlecht haben sowie eine Ich-Identität entwickeln, ihren Körper entdecken und ihre Neugier befriedigen. Dazu brauchen sie einen Rahmen ebenso wie klare Grenzen.

Im Kindergarten besteht dieser Rahmen aus den Räumlichkeiten, Spielmaterial, aus Büchern und Puppen. Es gibt Rückzugsorte, die die Kinder als Schutzraum empfinden. Im Rollenspiel beobachten wir die Kinder oft vertieft darin, Alltagssituationen nachzuspielen und so Rollen wie Mutter, Vater, Kind für sich selbst zu erfassen. Wir geben den Kindern angemessenen Freiraum dafür. Die Kinder lernen des Weiteren, klar „ja“ und klar „nein“ zu sagen. Sie erforschen, was sie als angenehm oder unangenehm empfinden, zum Beispiel indem sie bei der pädagogischen Fachkraft auf dem Schoß sitzen oder in einem Gemenge von anderen Kindern umringt werden (z.B. Anziehsituation).

In den seltenen Situationen, in denen die Kinder „Doktorspiele“ spielen, gelten die Regeln „es wird nichts in Nase, Ohr, Mund, Scheide oder After gesteckt“ und „nein heißt nein“. Die pädagogischen Fachkräfte ermutigen diese Art von Spiel nicht und nehmen das Thema nur dann auf, wenn das Kind fragt. Wir ziehen es vor, wenn die Kinder zu Hause „Doktorspiele“ spielen.

Im Hinblick auf die Zusammenarbeit mit Eltern ist uns offene Kommunikation in diesem Bereich besonders wichtig. Wir informieren die Eltern, wenn die Kinder sich die Erkundung des Körpers als Thema suchen. Bücher, die Fragen wie „wo kommen Babys her“ beantworten, bleiben grundsätzlich bei den pädagogischen Fachkräften und werden nur dann mit herangezogen, wenn ein Kind besonderes Interesse an diesen Themen zeigt.


Unser Tun:

  • Nähe zulassen
  • Grenzen setzen
  • Nur das, was ich mag
  • Gefühle ausdrücken dürfen
  • Selbstbewusstsein aufbauen


Kommunikation mit Eltern:

  • Begriffe der Genitalien
  • Wo können Kinder nackt rumlaufen ohne dass etwas dabei ist? (See, Garten, Sommer)
  • Bei Bedarf Elternabend mit externer Kraft


Kinderschutz:

  • Trägervereinbarung
  • Handlungsplan
  • Wendepunkt
  • Insoweit erfahrene Fachkraft
  • Übergriffigkeit thematisieren
  • Machtgefälle